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Was ist Kälberdurchfall?

Kälberdurchfall, auch Neonatale Diarrhoe (ND) genannt, ist weltweit eine anhaltende Herausforderung für Rinderhalter. Global gesehen ist es eine der Hauptursachen für die Sterblichkeit von Kälbern innerhalb der ersten dreißig Lebenstage. Kälber, die an neonataler Diarrhoe leiden, haben ein höheres Risiko für andere Infektionskrankheiten wie beispielsweise bovine Atemwegserkrankungen (BRD). Sie wachsen in der Regel langsamer und können unter schwerwiegenden langfristigen Folgen wie verringerten Tageszunahmen und einer verzögerten Erstkalbung leiden. Folglich hat Kälberdurchfall einen großen Einfluss auf die Nachhaltigkeit der Betriebe und die Gesamtleistung der Herde, weshalb ein effektives Management von entscheidender Bedeutung ist.

Die Ursachen verstehen: wichtige Enteropathogene

Kälberdurchfall kann durch Viren, Bakterien wie enterotoxigene Escherichia coli F5/K99 oder Salmonella spp. oder Parasiten (Cryptosporidium parvum, Giardia duodenalis, Eimeria spp.) verursacht werden. Neugeborene Kälber sind in den ersten vier Lebenstagen sehr anfällig für Infektionen mit Colibazillose, während Infektionen mit Kryptosporidiose am häufigsten in der ersten bis dritten Lebenswoche auftreten.¹ Cryptosporidium parvum ist einer der am häufigsten identifizierten Erreger von Durchfallerkrankungen bei neugeborenen Kälbern mit einer weltweiten Prävalenz von 21,9 %.² Häufig werden Mischinfektionen dieser infektiösen Erreger beobachtet.

 

Quellen
¹ Lofstedt et al. (1999) bzw. Naylor (2002), zitiert in: Nouri M et al. (2008): Correlation between neonatal calf diarrhea and the level of maternally derived antibodies. 
² Brunauer M et al. (2021): Cryptosporidium spp. Infections in Combination with Other Enteric Pathogens in the Global Calf Population. Animals, 11(6), 1786. DOI: 10.3390/ani11061786 

Wichtige Risikofaktoren, Behandlung und Prävention

Wesentliche Risikofaktoren: Hygiene und Kolostrummanagement. Mangelnde Hygiene und unzureichendes Kolostrummanagement erhöhen das Risiko für Durchfallerkrankungen bei Neugeborenen erheblich. Die Gewährleistung sauberer Kalbungsumgebungen und guter Kolostrumfütterungspraktiken sind wesentliche Präventionsmaßnahmen.

 

Behandlung: rationaler Einsatz von Antibiotika. Nicht alle Kälber mit Durchfall benötigen Antibiotika. Kälber, die kräftig wirken und einen guten Appetit haben, können sich oft ohne Antibiotika erholen, was einen rationellen und nachhaltigen Behandlungsansatz unterstützt. Andererseits können Kälber mit klinischer Kryptosporidiose von einer gezielten Behandlung profitieren.

 

Prävention: Impfung trächtiger Kühe. Die Impfung trächtiger Kühe, so genannte Mutterschutzimpfungen, sind eine der wirksamsten Methoden zum Schutz vor neonataler Diarrhoe. Diese Strategie verbessert die Qualität des Kolostrums und sorgt dafür, dass Kälber von Geburt an über eine bessere Immunität verfügen.

Die Behandlung von Durchfall bei Neugeborenen erfordert einen vielschichtigen Ansatz, der vorbeugende Maßnahmen wie die Impfung der Muttertiere, verbesserte Hygiene und ein angemessenes Kolostrummanagement sowie bei Bedarf gezielte Diagnostik und Behandlungen umfasst. Durch die Umsetzung dieser Strategien können Landwirte die Gesundheit ihrer Kälber schützen und die Rentabilität ihrer Betriebe steigern.

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