Was ist Rinderflechte?
Rinderflechte, auch Trichophytie oder Kälberflechte genannt, ist eine durch den Dermatophyten Trichophton verrucosum (Hautpilze) verursachte Infektionskrankheit, die bei verschiedenen Tierarten, insbe ...
Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt zwischen Tieren oder indirekt über kontaminierte Umgebungen und Gegenstände. Auch Ektoparasiten können durch das Setzen von Mikroläsionen einen Beitrag leisten. Insbesondere in Beständen mit engem Tierkontakt kann es zu einer schnellen Ausbreitung kommen. Maßnahmen zur Kontrolle umfassen neben Hygienemaßnahmen, Bestandsmanagement sowie den Einsatz geeigneter Präventions- und Behandlungsmaßnahmen wie z.B. einer Impfung, um die Ausbreitung innerhalb der Herde zu begrenzen.
Wie erfolgt die Ansteckung mit Rinderflechte?
Die Sporen der Rinderflechte können sich auf Oberflächen bis zu 16 Monate halten. Die Kühe können also nicht nur von Tier zu Tier mit Trichophytie infiziert werden, sondern zum Beispiel auch über Stallgeräte, Stallgitter oder Bürsten. Eine besonders unterschätzte Stelle sind hierbei die Tränkeautomaten der Kälber. Die Saugvorrichtungen sind häufig an Holz angebracht – ein idealer Nährboden für die Pilzsporen. Mit jedem Reiben am Brett und Kontakt zum Holz kann das Kalb mit dem Erreger in Kontakt kommen.
Rinderflechte beim Menschen
Die Ansteckung mit Rinderflechte geschieht beim Menschen auf gleicher Weise wie beim Tier. Die Übertragung erfolgt vor allem über den direkten Kontakt mit infizierten Rindern, oder aber durch das Anfassen von infizierten Geräten und den Kontakt zu Stalleinrichtungen oder Weidetechnik.
Die Erkrankung an Rinder- oder Kälberflechte ist beim Menschen normalerweise gut zu behandeln. Das Problem liegt meistens darin, dass die Pilzinfektion nicht sofort als solche erkannt und deswegen falsch behandelt wird. Wichtig ist daher, dass sie bei auffälligen Hauterkrankungen ihrem Arzt den Tierkontakt und Verdacht auf Rinderflechte mitteilen. Auch wenn Kinder Tierkontakt haben, sollten Sie dies bei auffälligen Veränderungen dem behandelnden Arzt stets mitteilen. Oft werden die entzündeten Stellen zunächst als bakterielle Erkrankung gedeutet und dann mit Antibiotika behandelt. Diese wirken jedoch nicht gegen die Pilzinfektion, so dass die Krankheit fortschreitet. Wichtige ist daher das frühzeitige Erkennen der Ursache: Wenn Sie oder auch Kinder Tierkontakt haben, sollten Sie dies bei einer Erkrankung dem behandelnden Arzt stets mitteilen.
Erste Anzeichen und häufigster Verlauf beim Menschen
- Erste betroffenen Hautstellen meist ca. linsengroß
- Sichtbare Rötung, schuppend, juckend
- Haare fallen aus bzw. brechen ab
- Im späteren Verlauf breitet sich die Entzündung aus
- schwere Verläufe mit tiefer Narbenbildung sind möglich
Wenn die Infektion fortgeschritten ist oder nicht richtig erkannt und behandelt wird, kann es zu Fieber oder Lymphknotenschwellungen kommen. Auch sekundäre bakterielle Infektionen sind möglich.